Produktionen der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

    Was spielt die Musikhochschule im Wilhelma Theater?

    Das Wilhelma Theater - Lehr- und Lerntheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart - präsentiert zahlreiche große und kleinere Produktionen der Studierenden aus den darstellenden Studiengängen, aber immer wieder auch aus anderen Bereichen der Hochschule. Künftige Schauspielerinnen, Sänger, Figurentheaterspielerinnen, Dirigenten und Instrumentalistinnen (oder auch umgekehrt!) finden hier ein "echtes", d.h. zahlendes Publikum und haben damit die einmalige Chance, ihr erlerntes Können schon während des Studiums unmittelbar ein- und umzusetzen.

    Damit bietet das Wilhelma Theater seinen Zuschauern die einzigartige Möglichkeit, einen Blick in den Stand der Ausbildung des Theaternachwuchses zu wagen und die jungen Künstlerinnen und Künstler bei ihrer beruflichen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

    Sehen Sie hier, welche Produktionen in der nächsten Zeit geplant sind:

    Giuseppe Verdi: Rigoletto

    „Mir scheint, was die Bühnenwirksamkeit betrifft, dass das beste Sujet, das ich bisher in Musik gesetzt habe, Rigoletto ist.“  Giuseppe Verdi

    Wer kennt nicht „La donna è mobile“, das Lied des Herzogs, das schon wenige Tage nach der Uraufführung 1851 in Venedig auf der Straße gesungen wurde? „Rigoletto“ basiert auf Victor Hugos 1832 entstandenem Drama „Le Roi s’amuse“. Noch am Tag der Uraufführung verbietet der französische Innenminister das Stück unter dem Vorwurf der „Unmoral“.

    Verdi erkannte die einzigartigen szenisch- dramatischen Effekte des Werkes, das er Shakespeares Theaterstücken ebenbürtig fand. Begeistert schrieb er an seinen Librettisten Piave: „‘Le Roi s’amuse‘ ist der großartigste Stoff und vielleicht auch das großartigste Drama der modernen Zeiten“.

    Das Schicksal des Vaters und Hofnarren Rigoletto, der sich einem verantwortungslosen Hofstaat andient, von einem anderen Vater verflucht wird und seine eigene Tochter aus Rachegelüsten an den Herzog unwillentlich töten lässt, inspirierte Verdi zu einem neuartigen Musiktheaterstil. Das Orchester ist nicht mehr nur Begleiter der Singstimme. Musik und Gesang sind allein durch das dramatische Geschehen gerechtfertigt, jede Note dient der Wahrhaftigkeit des Ausdruckes. „Beachten Sie“, hatte er von der Sängerin der Lady Macbeth vier Jahre zuvor gefordert, „dass jedes Wort seine Bedeutung hat und dass es absolut notwendig ist, diese durch die Stimme sowie auch durch die Darstellung auszudrücken“.

    Vokale Akrobatik ohne psychologische Motivierung waren ihm, dem Vorreiter des szenisch- musikalischen Dramas, fern. Gesellschaftlicher Hintergrund und individuelle Schicksale bedingen einander wechselseitig.

    Diese Verknüpfung konnte auch nicht durch die Versuche der österreichischen Zensur, das Stück „zu entschärfen“, eliminiert werden. Verdi wurde gezwungen, das Stück nicht am Hofe des tatsächlich lebenden französischen Königs Franz I spielen zu lassen, sondern an einem  nicht näher benannten Hof in Mantua. Weitere Änderungen, wie die Behinderung Rigolettos und den Sack mit der Leiche Gildas verweigerte er der Zensur mit Berufung auf den dramatischen Effekt. „Ich habe den Stoff genau wegen dieser Eigenschaften(…) gewählt. Wenn man sie tilgt, kann ich nicht mehr die Musik dazu schreiben.“

    Die Intimität des Wilhelma Theaters ist nachgerade ideal, um die Schärfe und Provokation des Stoffes aufzudecken und den Fokus auf die Psychologie der Figuren zu lenken. 

    Für die Studierenden der Opernschule bietet „Rigoletto“ eine großartige Möglichkeit, den vokalen, aber auch szenischen Herausforderungen dieser Oper gerecht zu werden und weitere wertvolle Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit einem bahnbrechenden Werk des Repertoires zu sammeln.

    Mit Studierenden der Opernschule
    Es spielt das HochschulSinfonieOrchester

    Musikalische Leitung: Bernhard Kontarsky
    Regie: Kornelia Repschläger
    Bühne: Kersten Paulsen
    Kostüme: Ralf Christmann

    Premiere am 11. Juni 2017, 18 Uhr

    Weitere Termine:
    13. Juni 2017, 19 Uhr
    15. Juni 2017, 18 Uhr
    17. Juni 2017, 19 Uhr
    18. Juni 2017, 18 Uhr
    20. Juni 2017, 19 Uhr
    21. Juni 2017, 19 Uhr

    Tickets gibt es HIER!

    Studio Alte Musik: Rodelinde - konzertante Oper von G.F. Händel

    Rodelinda, Königin der Langobarden, Heldin und Mutter in einem Kampf um Thron und Herzen am Mailänder Hof.

    Händels Oper „Rodelinda, Regina de’ Langobardi“ (HWV 19) beschloss die Opernsaison 1725 mit großem Erfolg, und ist zusammen mit „Giulio Cesare in Egitto“ und „Tamerlano“ die dritte große Oper aus seiner frühen Zeit an der Royal Academy of Music in London. In enger Zusammenarbeit mit Händels Librettisten Nicola Francesco Haym entstand dieses Werk für Sängerstars wie Senesino, Cuzzoni und Borosini. 

    Dieses konzertante Opernprojekt bietet jungen Sängerinnen und Sängern die wunderbare Gelegenheit, eine wichtige barocke Opernpartie vor Publikum zu präsentieren und ist zugleich ein Laboratorium der barocken Orchester- und Generalbasspraxis für Bläser, Streicher, und Basso Continuo-Instrumente.

    Mit Studierenden der Gesangsklassen und des Studios Alte Musik der HMDK
    Orchester des Studios Alte Musik
    Violoncello und Leitung : Prof. Jonathan Pesek

    Am 6. und 7. Juli 2017 jeweils um 19 Uhr Wilhelma Theater
    Tickets für 14,- € (9,- € ermäßigt) gibt es HIER