Demnächst im Wilhelma Theater

    Sie wollen wissen, was im Wilhelma Theater in der nächsten Zeit so passiert? Dann sind Sie hier richtig!

    Hier erfahren Sie, was Sie keinesfalls verpassen sollten!

    Das vollständige Veranstaltungsprogramm mit direkter Online-Buchungsmöglichkeit finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.  

    Oper légère: Tannhäuser

    Nahst als Freund Du oder Feind?

    Das ist eine entscheidende Frage, die sich der Musikliebhaber beim spaltenden Thema "Wagner und sein Werk" stellt. Der Wagnerianer mag die Stirn runzeln, wenn sich nun légère am Meister vergriffen wird, denn Franziska Dannheim und Jeong-Min Kim nähern sich als bekennende Einsteiger Richard Wagners Frühwerk - dem Tannhäuser - von dem er selbst sagte, er sei ihn der Welt schuldig geblieben.
    Der Konflikt zwischen himmlischer und irdischer Liebe wird thematisch zur Zerreißprobe für den künstlerisch Schaffenden, als Getriebenen zwischen Phantasie und Wirklichkeit, Lust und Moral. Hierbei war Wagner sicher auch auf höchst eigener Spurensuche.

    Wenn die beiden Musikerinnen dieses Werk jedoch auf ihre bewährte Art filetiert anrichten und amüsant drapieren, erfährt der Zuschauer auch, was Frau Holle mit Venus im Lied an den Abendstern verbindet und der Pilgerchor stürmt und drängt zum Mitsingen.

    Gesang, Moderation: Franziska Dannheim
    Klavier: Jeong-Min Kim

    23. Februar 2018, 20 Uhr

    Hans im Glück von Bertolt Brecht

    Hans ist ein gutgläubiger und zufriedener Mensch, er lebt mit seiner Frau in ländlicher Idylle.
    Ein fremder Herr, dessen Pferd einen Huf verloren hat, kommt vorbei. Hans behebt für ihn das Missgeschick und beschlägt das Pferd neu. Derweil spannt der Fremde ihm seine Frau aus und zieht mit ihr davon.

    Von da an taumelt Hans als ein Suchender durch das ihm unverständlich gewordene Dasein. Er ist dabei erschütternd wehrlos und trifft auf lauter allein auf ihren Vorteil bedachte Menschen, die ihm nach und nach alle irdischen Güter abluchsen, bis nur noch das nackte Leben bleibt. Das Erstaunliche dabei ist, dass sich Hans seine Zuversicht nicht rauben lässt und jedem Unglück auch ein Glück abgewinnen kann. 

    Das poetische und kraftvolle Volksstück, das Bertolt Brecht 1919 im Alter von 21 Jahren verfasst hat, ist eine auch heute noch gültige Parabel auf unsere Gesellschaft, unser Dasein und unsere Suche nach Erfüllung und Glück. Das Stück ist vor allem aber auch ein schwebender Szenenreigen, ein verspieltes Theatermärchen, ein surrealer Tanz durch das Leben, mit sehr lebendigen Figuren. Brecht einmal ganz anders, von einer unbekannten Seite. Zart und verletzlich, träumend und nach dem großen Sinn suchend.

    Mit: Berthold Biesinger, Bernhard Hurm, Kathrin Kestler, Oliver Moumouris, Cornelius Nieden, Linda Schlepps
    Inszenierung: Christof Küster
    Bühne/Kostüme: Maria Martinez Peña
    Video: Oliver Feigl

    Samstag, 24. Februar 2018, 20 Uhr

    Homo Faber - nach dem Roman von Max Frisch

    "Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen" - so beschreibt Walter Faber in einem klaren Satz sich und seine Welt. Und dann, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, begegnet er dem Unvorhersehbaren, das seine Welt, seine Gefühle und seinen Verstand verwirrt: Durch eine Kette von Zufällen begegnet er der jungen Sabeth. Ausgerechnet sie, die ihn an seine Jugendliebe Hanna erinnert, wird zu seinem Schicksal. Er verliebt sich und beginnt mit ihr eine Reise durch Europa. Er ahnt, was er nicht wissen will: dass sie seine Tochter ist. Doch dann stirbt Sabeth und ihr überraschender Tod erschüttert Fabers Weltbild. Er scheitert an der Unberechenbarkeit des Lebens, das ihn mit seiner Schuld und mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert.


    Die Theater-Lindenhof-Inszenierung hält sich dicht an den Originaltext und konzentriert sich auf die Innenwelt Fabers, in die der Zufall, das Unvorhergesehene eindringt. Rückblickend erzählt Walter Faber die Chronologie der Ereignisse. Durch die Stimmen der anderen Figuren, die ihn entlarven, sein verfehltes Leben aufdecken und ihn unbarmherzig durch die letzten Monate seines Lebens treiben, wird die Diskrepanz zwischen Fabers Selbstsicht und der Wirklichkeit dem Zuschauer vor Augen geführt. Diesem Erkenntnisprozess haften - aller Tragik zum Trotz - zuweilen auch sehr komische Züge an. Die inneren Stimmen lassen den Techniker schließlich verstummen und führen den Menschen Walter Faber zur Annahme seines Schicksals.


    Es spielen: Cornelius Nieden, Kathrin Kestler, Sebastian Schäfer
    Regie: Christof Küster
    Bühne und Kostüme: Maria Martinez Peña

    Montag, 5. und Dienstag, 6. März 2018, Beginn jeweils 20 Uhr
    Tickets gibt es unter diesem LINK

    Gruppentarife für Schulen sind über kbb@wilhelma-theater.de oder Tel. 0711 95 48 84 61 buchbar.

    Die Windmüller

     Machtspiel in 100 Meter Höhe
    Von Susanne Hinkelbein

    Zwei Schwaben sind unabhängig voneinander beauftragt worden, eine Windkraftanlage polnischen Fabrikats zu reparieren. Sie treffen hundert Meter über dem Grund in der Gondel des Windrades aufeinander. Der eine leidet an Klaustrophobie, der andere hat Höhenangst. Keiner von beiden ist imstande, die polnischen Anleitungen zu verstehen, geschweige denn die richtigen Hinweise in das Sprachmodul einzugeben. Sie stoßen bei ihren Reparaturversuchen auf eine Kette von Hindernissen und verfangen sich unweigerlich im Räderwerk der Maschinerie. Beim ultimativen Versuch die Turbine in Gang zu setzen, wird den beiden klar: Diese Windkraftanlage macht nicht aus Wind den Strom, sie macht aus Strom den Wind. Und dieses unheimlich gewordene Objekt kann noch ganz andere wunderliche Dinge zu vollbringen!

     

    Nach etlichen sehr erfolgreichen Uraufführungen am Theater Lindenhof wie die „Arche Konrad“, „Waidmannsheil!“, „Eintagsfliegen“ und „Berta & Marta“ kommt nun dieses neue Stück aus der Feder Susanne Hinkelbeins auf die Melchinger Bühne. Die Autorin und Komponistin, die in Hohenstein auf der Schwäbischen Alb wohnt, hat auch die musikalische Leitung inne. Die reizvolle, absurd-komödiantische Geschichte über schwäbische Mentalität, Tücken der Technik, Grenzen des Machbaren und nicht zuletzt über Macht und Ohnmacht der menschlichen Existenz bietet also auch etwas für die Ohren.

    Siegfried Bühr hat bereits bei herausragenden Produktionen wie „Der Entenklemmer“ und „Dr‘ nackte Wahnsinn“ oder auch „Die Bahnfahrt“ Regie geführt.

    Es spielen: Berthold Biesinger, Franz Xaver Ott
    Regie/Bühne/Kostüm: Siegfried Bühr
    Musikalische Leitung: Susanne Hinkelbein

    29. April 2018, 19 Uhr
    30. April 2018, 20 Uhr

    Tickets ab sofort HIER!