Produktionen der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

    Was spielt die Musikhochschule im Wilhelma Theater?

    Das Wilhelma Theater - Lehr- und Lerntheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart - präsentiert zahlreiche große und kleinere Produktionen der Studierenden aus den darstellenden Studiengängen, aber immer wieder auch aus anderen Bereichen der Hochschule. Künftige Schauspielerinnen, Sänger, Figurentheaterspielerinnen, Dirigenten und Instrumentalistinnen (oder auch umgekehrt!) finden hier ein "echtes", d.h. zahlendes Publikum und haben damit die einmalige Chance, ihr erlerntes Können schon während des Studiums unmittelbar ein- und umzusetzen.

    Damit bietet das Wilhelma Theater seinen Zuschauern die einzigartige Möglichkeit, einen Blick in den Stand der Ausbildung des Theaternachwuchses zu wagen und die jungen Künstlerinnen und Künstler bei ihrer beruflichen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

    Sehen Sie hier, welche Produktionen in der nächsten Zeit geplant sind:

    Das Ende von Eddy

    von Édouard Louis

    „Ich durfte mich nicht mehr so verhalten wie bisher. Ich musste meine Gestik beim Sprechen unter Kontrolle bekommen, musste lernen, mit tieferer Stimme zu reden, und ausschließlich männertypischen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Mehr Fußball spielen, keine Schlagersendungen mehr sehen, andere Schallplatten hören. Allmorgendlich im Badezimmer wiederholte ich für mich dieselbe Formel, ununterbrochen, so oft, dass sie schon ihren Sinn verlor, zu einer reinen Abfolge von Lauten und Silben wurde. Ich sagte sie auf und begann sofort von neuem Heute bin ich ein echter Kerl. Ich erinnere mich daran, denn es war genau dieser Satz, fast in der Art eines Gebets, mit diesen Worten und keinen anderen Heute bin ich ein echter Kerl.“

    Die Story: Eddy wächst in einer ihm fremden Welt auf. Hier sind Männer Männer, wenn sie viel trinken, ohne wirklich Träume zu haben. Wenn sie harte Arbeit in der Fabrik leisten und mit zu wenig Geld zu spät nach Hause kommen. Fussball spielen. Oder laut darüber streiten. Sich Schlägereien liefern. Frauen lieben – genau so, wie sie es vorher in den Videos heimlich gesehen haben.

    Eddy fühlt: er ist anders. Wenn er spricht, lachen die andere über seine Stimme, wenn er sich bewegt, verhöhnen sie seinen Lauf, seine Gestik. Wenn er still ist und starr schlagen sie zu und lachen über ihn. Mädchen interessieren Eddy nicht. Seine Homosexualität versucht er zu verleugnen und zu verbergen. Eine erste Freundin, demonstrativ den anderen vorgeführt, hilft da nicht lange. Eddy sucht nach einem Weg, anders sein zu dürfen, denn wie die anderen kann er nicht werden. Ändern kann er weder sich noch sein Umfeld. Wohin also?

    Der Autor Edouard Louis begann mit 18 Jahren seinen ersten Roman zu schreiben. Seine Geschichte von Eddy trägt starke autobiografische Züge. Als „Skandalautor“ und „Wunderkind“ wird er ausgezeichnet, seit 2014 in verschiedene Sprachen übersetzt, seine Texte werden auf Bühnen zwischen New York, Paris und Berlin erfolgreich inszeniert. Louis führt dieser Gesellschaft vor, wie sehr neben der sich als aufgeklärt feiernden Welt noch andere Lebensweisen und Auffassungen weiter machtvoll existieren. Homophobie, Armut und Bildungsferne sind keine Themen anderer Länder oder Zeiten, sondern ein gegenwärtiger Alltag, den wir oft lieber als komisch betrachten wollen, statt ihn zu ändern.

    Die Regisseurin Nina Mattenklotz inszenierte seit 2008 u.a. am Schauspielhaus in Wien und Zürich, in Hamburg, Basel, Bremen, Graz und Luzern und mehrfach auch am Staatstheater in Stuttgart.

    Regie: Nina Mattenklotz - Ausstattung: Lena Hiebel – Dramaturgie: Frederik Zeugke

    Mit den Schauspielstudierenden der HMDK Annabel Charlotte Hertweck, Anja Pichler, David Richter, Joscha Schönhaus, Furkan Yaprak

    Premiere: 2. Oktober 2021, 19.30 Uhr

    Weitere Vorstellungen am: 8., 15., 16. Oktober; 11., 12., 27., 28. November und 3., 4. Dezember 2021, Beginn jeweils 19.30 Uhr

    Tickets erhalten Sie unter diesem Link!

    Die Nibelungen - Live-Hörspiel

    Die Nibelungen - Live-Hörspiel auf Basis der Bearbeitung von Heinrich Steinfest

    Krieg, Treue, Verrat – Helden, Liebe, Lügen und Intrigen.
    Zwerge mit Tarnkappen – Technologie-Drachen und deren scheinbar übermenschliche Bezwinger.
    Brautschau-Wettkämpfe und ferne Reisen.
    Die Nibelungen Saga beginnt mit Abenteuer und Glanz – endet jedoch in Krieg und Zerstörung, Feuer und Mord. Die Ursprünge dieser Geschichte reichen bis in die germanische Zeit zurück und sind in großen Teilen aktueller denn je.
    Sieben Studierende der HMDK Stuttgart aus dem Studiengang Sprechkunst und Sprecherziehung nehmen sich der sprachlichen und auch dramaturgischen Herausforderung einer Live-Hörspiel Umsetzung an. Sämtliche Rollen, alle Geräusche und Musiken werden von den Studierenden dargestellt und umgesetzt. Viele Kapitel finden ihre Umsetzung in völlig verschiedenen Genres – stilistisch als auch sprachlich diffenziert.

    Geplante Dauer: ca. 85 Minuten mit Pause

    Mitwirkende:
    Berenike Beckhaus, Mareike Köhler, Max Walter Weise,
    Leo Röcker, Dominik Eisele, Lea Brückner  & Judith Quast.

    Günter Maurer, Bearbeitung & Regie

    25. und 26. November 2021, jeweils 19 Uhr

    Tickets sind ab Herbst 2021 erhältlich.

    B. Britten: Ein Sommernachtstraum

    Benjamin Brittens Ein Sommernachtstraum (englisch: A Midsummer Night’s Dream) ist eine Oper in drei Akten  nach dem gleichnamigen Drama von William Shakespeare. Sie wurde 1960 beim Aldeburgh Festival uraufgeführt.

    Premiere voraussichtlich im Januar 2022.
    Sobald die Planungen konkretisiert werden können, werden wir die Termine hier bekannt geben!