Produktionen der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

    Was spielt die Musikhochschule im Wilhelma Theater?

    Das Wilhelma Theater - Lehr- und Lerntheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart - präsentiert zahlreiche große und kleinere Produktionen der Studierenden aus den darstellenden Studiengängen, aber immer wieder auch aus anderen Bereichen der Hochschule. Künftige Schauspielerinnen, Sänger, Figurentheaterspielerinnen, Dirigenten und Instrumentalistinnen (oder auch umgekehrt!) finden hier ein "echtes", d.h. zahlendes Publikum und haben damit die einmalige Chance, ihr erlerntes Können schon während des Studiums unmittelbar ein- und umzusetzen.

    Damit bietet das Wilhelma Theater seinen Zuschauern die einzigartige Möglichkeit, einen Blick in den Stand der Ausbildung des Theaternachwuchses zu wagen und die jungen Künstlerinnen und Künstler bei ihrer beruflichen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

    Sehen Sie hier, welche Produktionen in der nächsten Zeit geplant sind:

    GLAUBE LIEBE HOFFNUNG

    GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
    Ein kleiner Totentanz
    von Ödön von Horváth
    Dieses Theaterstück wurde unter Mitarbeit von Lukas Kristl verfasst.

    Die Person ist jung, alleinstehend, weiblich und sie braucht sehr dringend Geld. Sie beschließt, ihren Körper zu verkaufen. Mit dem könnten sie machen, "was die Herren nur wollen". Einzige Bedingung: sie möchte das Geld bitte sofort ausbezahlt bekommen, den Körper werde sie zur Verfügung stellen, sobald dieser einmal im Leichenschauhaus bei den Herren Präparatoren eintreffen würde.

    Dies ist der Ausgangspunkt eines Dramas, das sich auf Tatsachen beruft. Ödön von Horváth hat in seinem Stück, das er auf seine eigene, liebevolle Weise mit "ein kleiner Totentanz" untertitelt, ein Gesellschaftsbild gezeichnet, das uns zugleich überspitzt und alltäglich erscheint. 

    Horváth greift in GLAUBE LIEBE HOFFNUNG ein Einzelschicksal heraus, um "den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft zeigen zu können, dieses ewige Schlachten, bei dem es zu keinem Frieden kommen soll – höchstens, dass mal ein Individuum für einige Momente die Illusion des Waffenstillstandes genießt".

    Der Autor weiter über seine Arbeit: "Wie in allen meinen Stücken habe ich auch diesmal nichts beschönigt und nichts verhässlicht. Wer wachsam den Versuch unternimmt, uns Menschen zu gestalten, muss zweifellos (…) feststellen, dass ihre Gefühlsäußerungen verkitscht sind, das heißt: verfälscht, verniedlicht und nach masochistischer Manier geil auf Mitleid, wahrscheinlich infolge geltungsbedürftiger Bequemlichkeit – wer also ehrlich Menschen zu gestalten versucht, wird wohl immer nur Spiegelbilder gestalten können (…) 

    Wenn Horváth dies schreibt, hat er seine Gegenwart vor Augen: 1932 ist dieses Stück entstanden. Eine Welt, die mehr und mehr ihr Heil in ihrer nationalen Kraft und sozialistischer  Sehnsucht geben wollte, die von Angst und Arbeitslosigkeit besetzt war, die alles Fremde und Befremdliche aus- oder wegschließen wollte.

    Der Regisseur Kristo Sagor ist in Stuttgart kein Unbekannter. Am Staatstheater und am JES waren bereits Inszenierungen und eigene Stücke von ihm zu sehen. Mit den über zwanzig Dramen, die der 43-jährige geschrieben hat, gehört er zu den vielgespielten Autoren im deutschsprachigen Raum. Viele Preise hat er sowohl als Autor wie auch als Regisseur erhalten, darunter auch den Deutschen Theaterpreis "Der Faust". Dass ein Schwerpunkt seiner Arbeit auf Kinder- und Jugendtheater liegt, macht die kommende Arbeit mit einen "modernen Klassiker" umso spannender.

    Es spielen die Schauspielstudierenden des 3. Jahrgangs:   Anna Caterina Fadda,  Vera-Cosima Gutmann, Luise Harder, Theresa Mußmacher, Fatih Kösoglu, Julian Mantaj, Simon Rusch, Eduard Zhukov

    Regie: Kristo Sagor
    Bühne: Iris Kraft
    Kostüme: Kersten Paulsen
    Musik: Felix Rösch
    Dramaturgie: Frederik Zeugke

    Premiere 11.10.2019, 19.30 Uhr
    Weitere Vorstellungen am:
    18., 19. und 26. Oktober,
    14., 15., 29. und 30. November
    sowie 12. und 13. Dezember 2019
    Beginn jeweils 19.30 Uhr

    Tickets gibt es HIER!

    Otto Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor

    Komisch-phantastische Oper
    Text von Salomon Hermann Mosenthal
    nach William Shakespeare
    Musik von Otto Nicolai

    Windsor. Ein beschauliches Städtchen in England. Die Häuser sind stattlich, die Gärten gepflegt. Ab und zu fällt ein Schuss. Dann sind die Männer auf der Jagd. Ansonsten ist es still.
    Für Sir John Falstaff sind die Zeiten schwierig geworden. Die Reputation seines Standes ist dahin – im Allgemeinen sowieso und in seinem speziellen Fall vielleicht noch etwas mehr. Sein Geld hat er in seinen monströsen Bauch investiert, seine adeligen Freunde sind perdu und so muss der Anarchist und Bramarbasierer sich nun gezwungenermaßen, das Herz voller Verachtung, über das Bürgertum finanzieren.
    Schnell hat Sir John herausbekommen, dass in der Regel die Damen des Hauses die Finanzen verwalten und so beschließt er, über das Herz einer gewissen Frau Fluth an den Schlüssel von Herrn Fluths gut gefüllter Geldkiste zu kommen und schreibt ihr – der Frau, nicht der Kiste (oder doch?) - einen Liebesbrief. Da man aber nie alles auf eine Karte setzen soll, so schreibt er einen zweiten Liebesbrief an die Nachbarin von Frau Fluth, eine gewisse Frau Reich, nicht nur des gleichen Liebe-vollen Inhalts, sondern ökonomischer Weise auch des identischen Wortlauts.
    Bei derart nachlässiger Täuschung fliegt die Sache recht schnell auf und die beiden Damen beschließen, sich an dem dicken Ritter zu rächen und bestellen ihn zu einem Stelldichein, das dann allerdings für seinen stattlichen Korpus sehr anders verläuft, als Sir John, der der Einladung nur allzu leicht Glauben schenkt, sich erhofft hatte.
    Außerdem will jede der beiden Damen bei dieser Gelegenheit der Manneszucht neben dem Ritter auch dem eigenen Ehemann eins auswischen. Herr Fluth soll büßen für seine ewige Eifersucht und wird von den Damen vermittels eines anonymen Briefes als Jäger auf den dicken Liebhaber angesetzt.
    Frau Reich kann sich mit ihrem Gemahl nicht einig werden, wer der bessere Ehemann für die gemeinsame Tochter Anna ist. Doktor Cajus, den Frau Reich präferiert oder Junker Spärlich mit 600 Pfund im Jahr und einer Fabrik, den Herr Reich gerne als Schwiegersohn sähe. Das allgemeine Chaos dieser Nacht der langen Rache will Frau Reich – lustigerweise aber auch ihr Mann - nutzen, um Anna heimlich dem ihrer / seiner Meinung nach Richtigen anzutrauen. Aber da gibt es noch einen gewissen Herrn Fenton und während die Schmerzensschreie des vom ganzen Städtchen malträtierten Ritters von der dicken Gestalt die Stille des nächtlichen Forsts zu Windsor zerreißen, kommt wenigstens der Habenichts Fenton mit seiner Herzensdame ans ersehnte Ziel.

    Mit Dritan Angoni, Amber Cox, Johannes Fritsche, Timo Hannig, Dimitrios Karolidis, Yohan Kim, Kabelo Lebyana, Maksim Pogrebniak, Maria Polańska, Alice Rossi, Guillaume St.-Cyr, Paul Sutton, Elena Tasevska, Elizaveta Volkova, Sarah Yang
    und einem Chor aus Studierenden der Bachelorklassen.

    Musikalische Leitung: Bernhard Epstein
    Regie: Bernd Schmitt
    Bühne und Kostüme: Birgit Angele

    Es spielt das Stuttgarter Kammerorchester, sowie Studierende der HMDK aus den Bläser- und Schlagzeugklassen.

    Eine Produktion der Opernschule der HMDK Stuttgart

    Premiere am 31. Januar 2020 um 19 Uhr im Wilhelma Theater
    Weitere Vorstellungen bis zum 18. Februar 2020

    Tickets gibt es ab Oktober 2019 HIER!